DIN 1505

Zitieren nach DIN 1505: Aufbau und heutiger Stand

DIN 1505 ist die deutsche Norm für Titelangaben von Dokumenten. Sie erkennst du am Nachnamen in Großbuchstaben und am Doppelpunkt mit Leerzeichen davor. Offiziell ist sie zurückgezogen, in Merkblättern einzelner Lehrstühle steht sie trotzdem noch.

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 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Die Kurzformel für DIN 1505

NACHNAME, Vorname: Titel : Untertitel. Auflage. Ort : Verlag, Jahr.

So sieht eine Buchangabe nach DIN 1505 aus. Zwei Dinge fallen sofort auf: der Nachname in Großbuchstaben und das Leerzeichen vor dem trennenden Doppelpunkt. Beides ist charakteristisch für diese Norm und sieht neben APA oder Harvard ungewohnt aus.

Was aus DIN 1505 geworden ist

DIN 1505 stammt aus den 1980er-Jahren und regelt Titelangaben von Dokumenten. Gemeint ist meist der Teil mit den Zitierregeln. Als Norm ist sie zurückgezogen, an ihre Stelle ist DIN ISO 690 getreten. In Merkblättern einzelner Lehrstühle steht der alte Name trotzdem weiter, oft seit Jahren unverändert. Wenn deine Vorgabe „nach DIN 1505" lautet, ist die dort abgedruckte Formvorlage gemeint. Halte dich an dieses Beispiel und nicht an den Normtext, den du ohnehin nur kostenpflichtig bekommst.

Der Kurzbeleg im Text

DIN 1505 legt die Titelangabe fest, nicht zwingend die Belegform im Fließtext. In der Praxis haben sich drei Varianten durchgesetzt.

  • Namenskürzel mit Jahr: [Ber21] oder [BER21]. Die ersten drei Buchstaben des Nachnamens plus die letzten beiden Ziffern des Jahres. Bei zwei Verfassenden werden die Kürzel kombiniert.
  • Laufende Nummer: [1], [2], [3] in der Reihenfolge der Erstnennung. Diese Form ähnelt der IEEE-Zitierweise und ist in technischen Fächern verbreitet.
  • Autor-Jahr: (Berger 2021, S. 47) wie bei Harvard, mit einer Titelangabe nach DIN im Verzeichnis.

Welche Variante gilt, steht im Merkblatt. Rate hier nicht. Ein Kurzbeleg, der nicht zur Sortierung des Verzeichnisses passt, macht dein Verzeichnis für die Betreuung unbrauchbar.

Die Seitenangabe kommt in allen drei Varianten dazu, sobald du wörtlich zitierst: [Ber21, S. 47]. Bei sinngemäßen Übernahmen setzen viele Vorlagen ein „vgl." davor, ähnlich wie beim Zitieren mit Fußnoten.

Der Vollbeleg im Literaturverzeichnis

Die Elemente stehen in fester Reihenfolge: Verfasser, Titel, Ausgabe, Erscheinungsort, Verlag, Jahr. Getrennt werden sie durch Punkte, Doppelpunkte und Kommata nach einem strengen Muster.

Drei Regeln tragen den größten Teil:

  1. Der Nachname steht vorn und in Versalien, danach folgt nach einem Komma der ausgeschriebene Vorname.
  2. Ein Doppelpunkt mit Leerzeichen davor trennt Titel und Untertitel sowie Ort und Verlag.
  3. Mehrere Verfassende trennst du durch Semikolon, jeweils in derselben Form NACHNAME, Vorname.

Sortiert wird alphabetisch nach dem Nachnamen, außer die Vorgabe verlangt ein numerisches Verzeichnis. Bei mehreren Titeln derselben Person ordnest du nach Erscheinungsjahr.

Quellenarten nach DIN 1505

Quellenart Kurzbeleg Titelangabe im Verzeichnis
Buch [Ber21] BERGER, Anke: Grundlagen der Regelungstechnik : eine Einführung. 3. Aufl. München : Technik-Verlag, 2021
Zeitschriftenaufsatz [Hof23, S. 88] HOFFMANN, Lena: Adaptive Filter für Sensordaten. In: Zeitschrift für Messtechnik 14 (2023), Nr. 3, S. 84–95
Beitrag im Sammelband [San22] SANDVOSS, Miriam: Fehlertoleranz in verteilten Steuerungen. In: REISER, Tobias (Hrsg.): Automatisierung im Wandel. Dresden : Hochschulverlag, 2022, S. 210–217
Hochschulschrift [Adl24] ADLER, Katrin: Verschleißverhalten von Wälzlagern. Dresden, Technische Hochschule, Dissertation, 2024
Norm [Nor20] Normbezeichnung mit Ausgabedatum. Titel der Norm
Internetquelle [Fac26] FACHVERBAND MESSTECHNIK: Kalibrierung im Feld. URL der Seite, Abrufdatum 12.03.2026

Sonderfälle, die im Merkblatt oft fehlen

Bei mehr als drei Verfassenden kürzen viele Vorlagen nach dem ersten Namen ab. Ob dein Lehrstuhl das erlaubt und ob er dafür „u. a." oder „et al." schreibt, steht im Beispielteil des Merkblatts. Die Regeln dazu findest du unter et al. richtig einsetzen.

Herausgeberwerke bekommen den Zusatz (Hrsg.) direkt hinter den Namen. Zitierst du einen einzelnen Beitrag daraus, steht der Beitragsverfasser vorn und das Sammelwerk nach dem „In:".

Institutionen als Verfasser schreibst du komplett aus und behandelst sie wie eine Person. Eine Abkürzung in Klammern hilft, wenn du dieselbe Institution häufig belegst.

Bei Onlinequellen gehören die Adresse und ein Abrufdatum dazu. Halte zusätzlich eine Kopie der Seite bereit, falls sie später verschwindet.

Die häufigsten Fehler

Woran DIN-1505-Verzeichnisse regelmäßig scheitern

  • Halbe Umstellung. Die ersten zwanzig Einträge folgen der Norm, die letzten zehn stammen aus einem anderen Stil. Das fällt beim Querlesen sofort auf.
  • Leerzeichen vor dem Doppelpunkt vergessen. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber genau das Merkmal, an dem die Betreuung den Stil erkennt.
  • Kürzel doppelt vergeben. Zwei Werke von Berger aus 2021 ergeben zweimal [Ber21]. Dann brauchst du einen Zusatz wie a und b.
  • Vornamen abgekürzt. DIN-Vorlagen schreiben den Vornamen in der Regel aus. Prüfe das an den Musterangaben deines Merkblatts.
  • Auflage nur beim ersten Titel. Ab der zweiten Auflage gehört die Angabe in jeden betroffenen Eintrag.

Wer DIN 1505 heute noch verlangt

Am häufigsten begegnet dir die Vorgabe in Ingenieurwissenschaften, Maschinenbau, Bauwesen und in der Informatik, außerdem an Fachhochschulen mit langlebigen Formalia-Merkblättern. Auch technische Berufsakademien und duale Studiengänge arbeiten damit.

Woran du erkennst, was verlangt wird: Suche zuerst im Merkblatt zur Abschlussarbeit, dann im Modulhandbuch, dann in der Vorlage deines Instituts. Steht dort nur „nach DIN", ist meist genau diese Titelangabe gemeint. Wenn gar nichts vorgegeben ist, hilft die Übersicht unter Zitierstil auswählen.

Eine Literaturverwaltung nimmt dir die Zeichensetzung ab. In Citavi und in LaTeX gibt es fertige Stile, die sich an DIN 1505 orientieren. Kontrolliere danach drei Einträge von Hand.

Zitierfehler und der Plagiatsscan

Ein Plagiatsscan bewertet keine Zeichensetzung. Er zeigt dir, welche Passagen mit fremden Texten übereinstimmen, und dort liegen die Fehler, die in der Bewertung wirklich zählen: fehlende Belege, zu nahe Paraphrasen, unmarkierte wörtliche Übernahmen.

Bei technischen Arbeiten mit DIN-Vorgabe fällt ein Muster besonders oft auf. Definitionen aus Normen und Herstellerdokumenten wandern in den Grundlagenteil, ohne dass ein Beleg mitkommt. Im Bericht steht die Fundstelle dann schwarz auf weiß.

Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Wie du die Treffer danach abarbeitest, steht unter Zitierfehler vermeiden.

FAQ

Häufige Fragen

Als Norm nicht mehr. DIN 1505 ist zurückgezogen, an ihre Stelle ist DIN ISO 690 getreten. In Merkblättern und Vorlagen einzelner Lehrstühle steht der alte Name trotzdem weiter. Wenn dein Institut ihn nennt, ist die dort abgedruckte Formvorlage gemeint und nicht der Normtext.
Der Grundaufbau lautet: NACHNAME, Vorname: Titel : Untertitel. Auflage. Ort : Verlag, Jahr. Der Nachname steht in Großbuchstaben, vor dem trennenden Doppelpunkt steht ein Leerzeichen. Diese Schreibweise ist das auffälligste Merkmal und unterscheidet die Norm von APA oder Harvard.
Beides kommt vor. Die Norm regelt vor allem die Titelangabe, nicht die Belegform im Text. Verbreitet sind ein Namenskürzel mit Jahr in eckigen Klammern, eine laufende Nummer oder ein Autor-Jahr-Beleg. Welche Form gilt, legt dein Lehrstuhl im Merkblatt fest.
DIN ISO 690 ist die deutsche Fassung eines internationalen Standards und damit die aktuelle Norm. Sie ist offener formuliert und lässt mehrere Belegformen zu. DIN 1505 ist älter, deutscher geprägt und in ihrer Zeichensetzung deutlich strenger. Die Grundlogik der Titelangabe ähnelt sich.
Ja. Citavi, Zotero und LaTeX bringen Stile mit, die sich an DIN 1505 orientieren. Prüfe nach dem ersten Durchlauf drei Einträge von Hand gegen das Merkblatt deines Lehrstuhls. Vorlagen gleichen Namens unterscheiden sich bei Zeichensetzung und Abkürzungen häufig.
Halte dich an das Beispiel, nicht an die Beschreibung. Merkblätter enthalten oft eine allgemeine Regel und daneben Musterangaben, die davon abweichen. Die Musterangaben zeigen, was die Betreuung tatsächlich erwartet. Bleibt der Widerspruch offen, frag einmal kurz nach.

Passend dazu

Zitierstile, Quellenarten und Sonderfälle korrekt belegen.

ZitierenDIN-Norm zitieren ZitierenDeutsche Zitierweise ZitierenBuch zitieren

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