Formulierung

So formulierst du deine Erklärung zur KI-Nutzung

Es gibt keinen Mustertext, der an jeder Hochschule gilt. Eine tragfähige Erklärung zur KI-Nutzung besteht aus vier Bausteinen, die du mit deinen eigenen Angaben füllst. Diese Seite liefert das Gerüst, die passenden Wendungen und die Stellen, an denen Formulierungen kippen.

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 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Vier Bausteine, aus denen jede KI-Erklärung besteht

Ein hochschulverbindlicher Wortlaut existiert nicht. Was es gibt, ist ein Muster, das in fast allen brauchbaren Erklärungen wiederkehrt: Werkzeug, Zweck, Umfang, Abgrenzung. Wer diese vier Angaben macht, hat alles gesagt, was zählt. Der Rest ist Feinschliff, und der Feinschliff entscheidet weniger, als die meisten beim Formulieren vermuten.

Alles Weitere ist Beiwerk. Rechtfertigungen, Einschätzungen zur Bedeutung des eigenen Anteils, Verweise darauf, dass andere es auch so machen: Solche Sätze verschieben die Erklärung von einer Beschreibung zu einer Verteidigung, und Verteidigungen werden anders gelesen als Beschreibungen.

Die Reihenfolge der Bausteine ist frei. Halte sie trotzdem ein, weil sie der Logik einer Rückfrage folgt: Womit, wofür, wie viel, und was bleibt deins. Genau in dieser Reihenfolge liest eine prüfende Person die Angabe, wenn sie nach dem Umfang deiner Eigenleistung sucht.

Wenn deine Hochschule einen Wortlaut vorgibt

Prüf zuerst, ob du überhaupt selbst formulieren musst. Viele Prüfungsämter stellen eine Vorlage der Eigenständigkeitserklärung bereit, und ein Teil dieser Vorlagen enthält seit einigen Jahren einen fertigen Passus zu generativen Werkzeugen, den du nur noch ausfüllen oder ankreuzen musst.

Gibt es diesen Passus, nimmst du ihn wörtlich. Umformulieren schadet, selbst wenn deine Fassung besser klingt. Wo solche Vorlagen liegen und wie du an die aktuelle Version kommst, steht unter Prüfungsordnung finden.

Widersprüchlich wird es, wenn die zentrale Vorlage schweigt, dein Lehrstuhl aber ein eigenes Merkblatt hat. Dann gilt die strengere Anforderung, und im Zweifel fragst du kurz nach, statt dich zwischen zwei Texten zu entscheiden.

Was die vier Bausteine leisten

Werkzeug beantwortet die Frage nach dem Womit. Produktname oder Gattungsbezeichnung, beides geht, entscheidend ist die Nachprüfbarkeit deiner Angabe. Wer ein Werkzeug nennt, das er nie geöffnet hat, baut sich ohne Not eine Schwachstelle ein.

Zweck ist der wichtigste Baustein. Er entscheidet über die Einordnung, denn zwischen Rechtschreibkorrektur und Textgenerierung liegen prüfungsrechtlich Welten; die Abstufungen dazwischen zerlegt Rechtschreibprüfung vs. KI.

Umfang grenzt ein. Nenne Kapitel, Arbeitsschritte oder Zeiträume, nicht Prozentwerte. Prozentangaben zur eigenen Textproduktion sind nicht überprüfbar und wecken genau die Zweifel, die du mit der Angabe ausräumen wolltest.

Abgrenzung sagt, was deins geblieben ist. Fragestellung, Quellenauswahl, Argumentation, Schlussfolgerungen. Dieser Baustein fehlt in den meisten selbst gebauten Erklärungen, dabei trägt er den größten Teil der Wirkung. Er verschiebt den Blick von dem, was ein Werkzeug getan hat, auf das, was du entschieden hast.

Welche Wendung zu welcher Nutzung passt

Was du getan hast Baustein, der sich ändert Beispielhafte Wendung
Rechtschreibung und Zeichensetzung geprüft Zweck zur Korrektur von Rechtschreibung und Zeichensetzung
Eigene Absätze umformulieren lassen Zweck und Umfang zur sprachlichen Überarbeitung der Kapitel 2 und 5
Fremdsprachige Literatur übersetzt Zweck, dazu ein Beleg im Text zur Übersetzung fremdsprachiger Quellen beim Lesen
Gliederung gegenlesen lassen Zweck zur Prüfung der Kapitelabfolge in der Konzeptphase
Auswertungscode kommentiert Umfang zur Kommentierung der Auswertungsskripte in Kapitel 4
Inhaltliche Aussagen übernommen Hier reicht keine Erklärung Beleg an der Textstelle nach deinem Zitierstil

Die letzte Zeile ist die wichtige. Übernommene Inhalte sind ein Zitierfall, kein Erklärungsfall, und die passenden Formen dafür zeigt ChatGPT zitieren. Bei Übersetzungen kommt beides zusammen, weil die fremde Aussage belegt und der Weg dorthin benannt wird; die Einordnung dazu liefert Übersetzungstools erlaubt.

Was an dieser Stelle ungeklärt ist

Uneinigkeit herrscht über die Ausführlichkeit. Ein Teil der Fachbereiche hält einen Satz für ausreichend, ein anderer verlangt eine kapitelweise Aufstellung, und beide Positionen lassen sich mit demselben Argument begründen, nämlich der Nachvollziehbarkeit der Prüfungsleistung.

Offen ist auch der Rechtscharakter. Eine Erklärung im Rahmen einer Prüfungsleistung ist etwas anderes als eine eidesstattliche Versicherung, wie sie in Promotionsverfahren üblich ist; welche Form dort verlangt wird, ordnet KI in der Promotion ein. Das ist keine Rechtsberatung.

Das Gerüst zum Ausfüllen

Vier Sätze, vier Lücken

  1. „Bei der Anfertigung dieser Arbeit habe ich [Werkzeug] verwendet."
  2. „Der Einsatz beschränkte sich auf [Zweck]."
  3. „Betroffen sind [Kapitel oder Arbeitsschritte]."
  4. „Fragestellung, Quellenauswahl und Argumentation stammen von mir; inhaltlich übernommene Aussagen sind an der jeweiligen Stelle belegt."

Setz deine Angaben ein und lies das Ergebnis laut. Klingt ein Satz nach Entschuldigung, streich ihn. Klingt er nach Beschreibung, bleibt er stehen. Der Vorlesetest ersetzt keine Regelprüfung, er fängt aber zuverlässig die Sätze ab, die im Kopf sachlich klingen und auf dem Papier defensiv wirken.

Schreib die Erklärung zuletzt, nach der finalen Überarbeitung. Kapitel werden zusammengelegt, Passagen fliegen raus, und eine Erklärung, die auf einen alten Stand zeigt, ist schlechter als gar keine, weil sie nachweislich nicht zur abgegebenen Fassung passt.

Wenn die Erklärung später geprüft wird

Nachgefragt wird selten nach dem Wortlaut, fast immer nach der Deckung. Passt die Beschreibung zu dem, was in der Arbeit sichtbar ist? Wer als Zweck „sprachliche Überarbeitung" angibt, während ein Kapitel inhaltlich aus einer Chatausgabe stammt, hat kein Formulierungsproblem, sondern ein Deckungsproblem.

Deshalb der einfachste Prüfstein vor der Abgabe. Lies deine Erklärung und dann drei Stellen deiner Arbeit, die zu ihr gehören. Wenn du beim Lesen zögerst, stimmt die Erklärung noch nicht. Zögern ist hier ein brauchbares Signal, weil es fast immer an einer Stelle auftritt, die auch einem fremden Leser auffallen würde.

Was du jetzt tust

Durchsuche zuerst das Erklärungsformular deines Prüfungsamts nach dem Wort Hilfsmittel. Steht dort bereits ein KI-Passus, bist du an dieser Stelle fertig. Findest du keinen, füllst du die vier Lücken oben und setzt das Ergebnis an die vorgesehene Stelle.

Willst du parallel wissen, wie dein Text sprachlich gemessen wird, prüf ihn vorab. Der KI Scan rechnet mit 0,29 € je Normseite und zeigt dir Abschnitt für Abschnitt, wo ein Detektor auffällige Muster sieht. Mit deiner Erklärung hat das nichts zu tun, es verhindert nur Überraschungen.

FAQ

Häufige Fragen

Bundesweit nicht. Manche Hochschulen geben einen Satz in ihrer Vorlage vor, dann ist dieser Satz für dich verbindlich. Ohne Vorgabe formulierst du selbst, und dabei zählt weniger die juristische Eleganz als die Übereinstimmung zwischen dem, was du schreibst, und dem, was du getan hast.
Zwei bis fünf Sätze reichen in den allermeisten Fällen. Eine Seite Prosa liest niemand, und je mehr du ausführst, desto mehr Angriffsfläche entsteht für Rückfragen zu Details, die niemanden interessiert hätten. Kurz und präzise schlägt ausführlich und vage, solange die vier Kernangaben vollständig darin vorkommen.
Wenn deine Hochschule es verlangt, ja. Ohne Vorgabe kannst du auch die Gattung benennen, etwa ein textgenerierendes Sprachmodell. Die Nennung des Produktnamens ist unproblematisch und wirkt konkreter, sie bindet dich aber an eine Angabe, die dann auch für jeden Arbeitsschritt stimmen muss.
Dann nennst du sie zusammen und ordnest jedem seinen Zweck zu. Eine Aufzählung mit drei Halbsätzen genügt. Wichtig ist, dass ein Werkzeug für Übersetzung und eines für Rechtschreibung nicht in einen Topf geraten, weil beide Nutzungsarten prüfungsrechtlich unterschiedlich eingeordnet werden.
Besser nicht. Bewertende Wörter wie minimal, geringfügig oder unwesentlich sind Einschätzungen, keine Angaben, und sie laden dazu ein, genau diese Einschätzung zu überprüfen. Beschreibe stattdessen konkret, was du gemacht hast, und überlass die Bewertung der prüfenden Person, die ohnehin ihre eigene Einschätzung bilden wird.
An die Stelle, die deine Hochschule vorsieht, meist in ein Hilfsmittelverzeichnis oder in die Eigenständigkeitserklärung. Gibt es keine Vorgabe, ist der Platz direkt vor oder nach der Eigenständigkeitserklärung üblich, weil beide dieselbe Funktion erfüllen und in aller Regel zusammen gelesen werden.

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Regeln & RechtKI-Nutzung kennzeichnen Regeln & RechtWelche Tools erlaubt sind

Den fertigen Text vor der Abgabe gegenprüfen

Du erfährst vor deiner Hochschule, wie dein Text bewertet wird.

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