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Prüfsoftware

Welche Plagiatssoftware nutzen Hochschulen?

Welche Software Unis nutzen, ist von Ort zu Ort verschieden, weil jede Hochschule ihre Lizenzen selbst einkauft. Der wichtigere Punkt steckt woanders: Was diese Prüfung ergeben hat, erfährst du im Normalfall überhaupt nicht.

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 |  Zuletzt geprüft: 27.08.2026  |  7 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

Das ist von Hochschule zu Hochschule verschieden, teilweise sogar von Fachbereich zu Fachbereich. Welches Programm bei dir läuft, weiß dein Prüfungsamt. Wichtiger ist ein anderer Punkt: Das Ergebnis dieser Prüfung bekommst du normalerweise nie zu sehen.

Der Produktname hilft dir deshalb kaum weiter.

Warum es darauf keine allgemeine Antwort gibt

Prüfsoftware wird an Hochschulen nicht zentral eingekauft. Zuständig ist mal das Rechenzentrum, mal eine Fakultät, mal ein einzelnes Institut, das seine Lizenz aus eigenen Mitteln bezahlt und sie wieder abbestellt, sobald das Budget an anderer Stelle gebraucht wird. Vier Fachbereiche derselben Einrichtung können deshalb mit vier verschiedenen Lösungen arbeiten. Im fünften prüft niemand maschinell. Dort liest jemand sehr aufmerksam.

Lizenzverträge laufen aus. Was vor drei Jahren in einem Studierendenforum stand, ist heute womöglich falsch, weil der Anbieter gewechselt wurde oder das Produkt am Markt nicht mehr existiert. Solche Auskünfte altern schnell.

Belastbar ist genau eine Quelle: die Stelle, die den Vertrag hält.

Der Punkt, den die Frage übersieht

Stell dir vor, du kennst den Namen. Ganz sicher, mit Versionsnummer und Vertragslaufzeit. Was hättest du davon?

Der Bericht geht nicht an dich. Er erreicht die Person, die deine Arbeit korrigiert, oder das Prüfungsamt, je nachdem wie der Ablauf am Fachbereich organisiert ist. Du erfährst im Normalfall weder einen Prozentwert noch die markierten Passagen. Ob überhaupt geprüft wurde, bleibt dir ebenfalls verborgen. Eine Rückmeldung erreicht dich erst, wenn etwas auffällt, und dann dreht sich das Gespräch nicht mehr um Software, sondern um zwei oder drei konkrete Absätze in deinem Text.

Ein Anspruch auf den Bericht entsteht typischerweise erst im Verfahren. Dann greift die Akteneinsicht, und du siehst schwarz auf weiß, welche Stellen beanstandet werden. Vorher bleibt der Vorgang unsichtbar.

Genau deshalb ist die Suche nach dem Produktnamen so unergiebig. Sie zielt auf ein Ergebnis, das dir niemand zeigt.

Warum manche Hochschulen den Namen nicht nennen

Wer keine Auskunft bekommt, vermutet schnell ein Geheimnis. Meistens steckt etwas Unspektakuläreres dahinter.

Der Einsatz eines Werkzeugs ist ein internes Verfahrensdetail, ähnlich wie die Frage, in welcher Reihenfolge Zweitgutachten eingeholt werden. Dazu kommt eine praktische Sorge: Sobald ein Name öffentlich kursiert, richten sich einzelne Studierende danach aus und arbeiten am Ergebnis statt am Text. Ob diese Sorge berechtigt ist, sei dahingestellt. Sie erklärt jedenfalls die Zurückhaltung.

Was du trotzdem erfahren kannst

Auch ohne Produktnamen darfst du wissen, welche Regeln für dich gelten. Prüfungsordnung, Leitfaden des Fachbereichs und die Merkblätter zur Abschlussarbeit sind öffentlich. Dort steht, was als Täuschung gilt und welche Folgen vorgesehen sind. Genau das ist die Information, die im Ernstfall zählt.

Was du stattdessen fragen solltest

Drei Fragen bringen dir mehr Klarheit als jeder Markenname. Dein Prüfungsamt beantwortet alle drei.

  1. Wird meine Art von Arbeit maschinell geprüft? Bei Abschlussarbeiten ist das verbreitet, bei Essays oder Protokollen oft nicht.
  2. Wer bekommt das Ergebnis? Damit klärst du, ob dich eine Auffälligkeit direkt erreicht oder erst über den Prüfungsausschuss.
  3. Was löst ein Treffer aus? Die Antwort steht in der Prüfungsordnung, im Abschnitt über Täuschung und deren Folgen.

Wer diese drei Punkte kennt, schätzt sein tatsächliches Risiko besser ein als jemand, der den Namen einer Software auswendig gelernt hat.

Wer dir welche Auskunft geben kann

Deine Frage Wer sie beantwortet Wie belastbar die Antwort ist
Welches Programm läuft hier? Prüfungsamt oder Dekanat Verbindlich, wird aber nicht immer genannt
Wird jede Arbeit geprüft? Prüfungsamt, Fachbereich Verbindlich
Bekomme ich den Bericht? Prüfungsamt Verbindlich, meist lautet die Antwort nein
Was passiert bei einem Treffer? Prüfungsordnung Verbindlich und nachlesbar
Welches Werkzeug ist das beste? Foren, Erfahrungsberichte Kaum, weil veraltet und ungeprüft

Die letzte Zeile ist der häufigste Irrweg. Dort wird mit großer Bestimmtheit etwas behauptet, das niemand nachprüfen kann, und weil solche Beiträge selten ein Datum tragen, merkt kaum jemand, wie alt die Information inzwischen ist.

Was viele falsch verstehen

„Wenn ich das Programm kenne, kann ich mich darauf einstellen." Dieser Gedanke führt weg vom Text und hin zum Werkzeug. Am Ende liest eine Person deine Absätze, keine Zahl. Eine Anleitung zum Umgehen von Prüfsoftware findest du hier bewusst nicht.

„Die Uni prüft sowieso alles." Das trifft längst nicht überall zu, wie Ist die Prüfung an Hochschulen Pflicht zeigt. Verlassen solltest du dich auf keine der beiden Annahmen.

„Ein anderes Programm findet dieselben Stellen." Nur teilweise. Entscheidend ist der durchsuchte Bestand, und der unterscheidet sich erheblich, wie Datenbankgröße vergleichen zeigt.

Ein Szenario, das sich häufig abspielt

Eine Studentin schreibt zwei Wochen vor Abgabe ihrer Bachelorarbeit ans Prüfungsamt und möchte wissen, mit welcher Software geprüft wird. Die Antwort kommt freundlich und knapp: internes Verfahren, dazu keine Auskunft. Damit war ihre Frage erledigt.

Ihre eigentliche Sorge lag woanders. Sie hatte im Theorieteil aus einem englischsprachigen Aufsatz übersetzt und war unsicher, ob der Beleg am Absatzende den ganzen übernommenen Gedankengang abdeckt oder nur den letzten Satz. Diese Frage hätte auch der Produktname nicht beantwortet. Beantwortet hat sie ein Blick in die eigene Arbeit.

Am Ende baute sie die Passage in ein gekennzeichnetes Zitat mit Seitenzahl um und schrieb den Rest des Absatzes in eigenen Worten neu. Aufwand: gut zehn Minuten. Das war schon die ganze Lösung.

Was daraus praktisch folgt

Hör auf, nach dem Namen zu suchen. Besorg dir stattdessen das, was die Hochschule dir nicht gibt: einen Bericht, den du selbst lesen kannst. Eine eigene Plagiatsprüfung listet jede auffindbare Fundstelle mitsamt Quelle auf, bevor irgendjemand anders auf deinen Text schaut.

Abgerechnet wird je Normseite, also je 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Der Satz liegt bei 0,29 €. Für 45 Normseiten einer Bachelorarbeit ergibt das 13,05 €, für eine Hausarbeit mit 18 Normseiten 5,22 €. Der Abgleich läuft gegen über 70 Milliarden Quellen, das Ergebnis kommt meist binnen einer Viertelstunde, und deine Arbeit landet in keinem Vergleichsbestand.

Was du mit dem Bericht anfängst, steht unter Plagiatsbericht lesen. Die Sortierarbeit dauert länger als der Scan.

Die Frage, die sich jetzt stellt

Wenn der Name des Programms so wenig aussagt, bleibt die interessantere Frage offen: Wie viel findet solche Software überhaupt? Die Antwort fällt zurückhaltender aus, als die Werbung vieler Anbieter vermuten lässt, und sie steht unter wie genau Plagiatssoftware ist. Steht bei dir bereits ein Vorwurf im Raum, führt Plagiatsvorwurf: was tun durch die nächsten Schritte.

FAQ

Häufige Fragen

Ja, und das ist der einzige verlässliche Weg. Zuständig sind das Prüfungsamt, das Dekanat oder die Betreuung deiner Arbeit. Ob die Auskunft erteilt wird, entscheidet die Stelle selbst. Manche Hochschulen nennen ihr Werkzeug offen auf der Webseite, andere behandeln es als internes Verfahrensdetail und antworten darauf gar nicht.
In aller Regel nicht. Die Auswertung gehört zum Korrekturvorgang und richtet sich an die prüfende Person, nicht an dich. Erst wenn ein Verdacht förmlich verfolgt wird, entsteht über die Akteneinsicht ein Anspruch darauf zu erfahren, welche Stellen konkret beanstandet werden. Bis dahin läuft der Vorgang ohne dich.
Nicht zwingend. Lizenzen werden teils zentral vom Rechenzentrum beschafft, teils von einzelnen Fakultäten oder Instituten. In einem Fachbereich kann eine Software im Dauereinsatz sein, während nebenan gar nicht maschinell geprüft wird. Was in deinem Studiengang üblich ist, weiß dein Prüfungsamt am besten.
Meist scheitert es am Zugang, weil institutionelle Lösungen an Verträge mit Einrichtungen gebunden sind und Einzelpersonen sie nicht buchen können. Wichtiger ist ohnehin, dass eine Prüfung dir Fundstellen zeigt, die du selbst bewerten kannst. Welches Produkt diese Liste erzeugt hat, ändert an deiner Textarbeit nichts.
Nein, die Ergebnisse gehen auseinander, weil die durchsuchten Bestände unterschiedlich zusammengesetzt sind. Eine Passage aus einer lizenzierten Fachzeitschrift taucht nur auf, wenn dieser Bestand erfasst ist. Deshalb kann ein zweiter Durchlauf mit anderer Software zusätzliche Treffer liefern, ohne dass am Text etwas verändert wurde.
Das hängt vom Fachbereich und von der Art der Leistung ab. Bei Abschlussarbeiten ist eine maschinelle Prüfung verbreitet, bei kleineren Studienleistungen längst nicht überall. Eine bundesweite Pflicht dazu gibt es nicht, weshalb die Praxis zwischen den Hochschulen so unterschiedlich ausfällt.

Den eigenen Bericht bekommst du zu sehen

Ergebnis in der Regel in 15 Minuten. Kein Abo, keine Registrierung.

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