Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Warum die große Zahl so wenig entscheidet
Datenbankgröße ist das Werbeargument, das am leichtesten zu behaupten und am schwersten zu überprüfen ist. Für deine Entscheidung taugt sie kaum, denn die Frage lautet nicht, wie viele Quellen ein System insgesamt kennt, sondern ob die zwanzig bis achtzig Quellen darunter sind, aus denen deine Arbeit tatsächlich gewachsen ist.
Ein Bestand mit riesigem Umfang nützt dir wenig, wenn ausgerechnet das Lehrbuch fehlt, aus dem dein Theorieteil gewachsen ist, während ein kleinerer Bestand vollkommen ausreicht, sobald er dein Fach und deine Sprache zuverlässig abdeckt. Größe und Nutzen fallen hier auseinander.
Wir nennen für unser eigenes Angebot über 70 Milliarden Quellen. Auch diese Zahl beschreibt eine Größenordnung und keine Garantie, und wir behandeln sie auf dieser Seite genauso kritisch wie jede andere.
Warum sich zwei Zahlen nicht vergleichen lassen
Anbieter zählen Verschiedenes. Der eine zählt Dokumente, der andere einzelne Webseiten, der dritte Einträge in einem Suchindex, und wieder ein anderer summiert mehrere Teilbestände, die sich überschneiden. Ohne offengelegte Zählweise stehen zwei Zahlen nebeneinander wie Kilometer und Kilogramm.
Dazu kommt die Frage der Dubletten. Derselbe Aufsatz liegt als Verlagsfassung, als Vorabdruck auf einem Hochschulserver und als Kopie auf drei Spiegelseiten vor. Ob das eine Quelle ist oder fünf, entscheidet die Zählweise, nicht die Realität.
Deshalb steht in unserer Übersicht der Plagiatssoftware keine Spalte mit Bestandsgrößen fremder Anbieter. Wir könnten sie füllen, indem wir Werbeangaben abschreiben. Das wäre keine Prüfung.
Was stattdessen zählt: Abdeckung
Entscheidend ist die Passung zwischen Bestand und deiner Arbeit. Vier Fragen bringen dich weiter als jede Milliardenangabe.
Deckt der Bestand deine Sprache ab? Ein System, das überwiegend englischsprachige Inhalte kennt, findet deutsche Fachliteratur seltener. Deckt er dein Fach ab? Rechtsprechung, medizinische Fachzeitschriften und technische Normen liegen in ganz unterschiedlicher Form vor. Deckt er die Quellenarten ab, die du benutzt hast? Und findet er Textstellen auch dann, wenn du sie umformuliert hast?
Die letzte Frage wird oft übersehen. Ein wörtlich übernommener Satz ist leicht zu finden. Eine Passage, bei der Wörter getauscht und Sätze umgestellt wurden, hängt davon ab, wie ein System Ähnlichkeit misst, und dieser Punkt sagt mehr über die Leistung aus als der Umfang des Bestands.
Welche Quellen typischerweise wo stehen
| Quellenart | Digital erfassbar | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Frei zugängliche Webseiten | in der Regel ja | wird zuverlässig gefunden, auch bei Umformulierung |
| Open-Access-Aufsätze und Repositorien | in der Regel ja | Hochschulschriften tauchen oft als Treffer auf |
| Zeitschriften hinter geschlossenen Zugängen | teilweise | Lücken möglich, je nach Anbieter |
| Gedruckte Bücher ohne Digitalisat | nein | musst du selbst kontrollieren |
| Unveröffentlichte Arbeiten aus Archiven | nein | kein System kann sie kennen |
| Übersetzte Passagen | kaum | reiner Textvergleich greift hier nicht |
Die untere Hälfte dieser Tabelle ist der ehrliche Teil. Sie beschreibt Lücken, die bei jedem Anbieter bestehen und die sich mit keinem Tarif schließen lassen.
Wie du die Abdeckung selbst einschätzt
Der Zehn-Minuten-Test mit deinem Literaturverzeichnis
Nimm dein Verzeichnis und markiere jede Quelle mit einem von drei Zeichen: frei online auffindbar, hinter einem Zugang, nur gedruckt. Die erste Gruppe wird ein Abgleich mit hoher Wahrscheinlichkeit finden. Die dritte Gruppe wird er nicht finden, egal bei welchem Anbieter. Genau dort liest du deine eigenen Absätze noch einmal gegen die Vorlage, statt dich auf Software zu verlassen.
Dieser Test verschiebt die Frage vom Anbieter zu deiner Arbeit, und das ist der Punkt. Wer überwiegend mit frei zugänglichen Aufsätzen arbeitet, wird von einem breiten Bestand gut bedient. Wer aus drei gedruckten Standardwerken schöpft, muss dort selbst genauer hinsehen.
Was ein großer Bestand auch mitbringt
Breite hat eine Kehrseite, über die selten gesprochen wird. Je mehr Text ein System kennt, desto häufiger stößt es auf Wendungen, die überall vorkommen: Definitionen, feststehende Fachbegriffe, Gesetzestexte, Formulierungen aus dem Methodenteil.
Solche Treffer sind korrekt und trotzdem bedeutungslos. Sie blähen den Prozentwert auf und machen den Bericht unübersichtlich, weshalb du Literaturverzeichnis und Anhang besser vorher herausnimmst, bevor du den Text hochlädst und dich hinterher über zwei Seiten formaler Fundstellen wunderst. Wie du echte von formalen Treffern trennst, steht unter echte und falsche Treffer.
Ein hoher Wert ist deshalb kein Qualitätsbeweis eines Systems. Er kann schlicht bedeuten, dass viel Standardsprache mitgezählt wurde.
Was du bei uns bekommst
Wir setzen PlagAware ein und prüfen deinen Text gegen über 70 Milliarden Quellen. Wichtiger als diese Zahl ist, was du im Bericht siehst: jede Fundstelle markiert, mit Quelle verlinkt und einzeln nachprüfbar. Damit kannst du selbst beurteilen, ob ein Treffer etwas bedeutet.
Der Bericht liegt in der Regel nach 15 Minuten vor, in seltenen Fällen nach bis zu 24 Stunden. Gerechnet wird nach Normseiten zu 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen: 0,29 € je Normseite, im Kombi mit der KI-Prüfung 0,39 € statt 0,58 €. Eine Hausarbeit mit 18 Normseiten kostet also 5,22 € beziehungsweise 7,02 €. Deine Seitenzahl liefert der Normseitenrechner.
Verarbeitet wird auf Servern in Deutschland nach der DSGVO, gelöscht wird nach 14 Tagen, und deine Arbeit wandert nicht in eine Vergleichsdatenbank. Der letzte Punkt betrifft die Bestandsgröße direkt: Wir vergrößern unseren Bestand nicht mit deinem Text.
Woran du eine Angabe erkennst, die etwas taugt
Eine brauchbare Angabe nennt eine Zählweise oder wenigstens die Art der Quellen, aus denen sich der Bestand zusammensetzt. Eine unbrauchbare nennt eine runde Zahl mit vielen Nullen und lässt offen, was darin überhaupt gezählt wurde. Der Unterschied ist mit einem Blick zu erkennen.
Frag im Zweifel nach drei Dingen: Was wird gezählt, welche Sprachen sind abgedeckt, und wie geht das System mit umformulierten Passagen um. Wer darauf eine klare Antwort gibt, sagt dir mehr als jede Milliardenangabe. Wie zuverlässig solche Systeme insgesamt arbeiten, ordnet Wie genau ist Plagiatssoftware ein.