Plagiat Scanner.de Redaktion — redaktionell verantwortlich: Benjamin Lohrer | Zuletzt geprüft: 12.09.2026 | 7 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Eine Datenbankzahl beantwortet nur dann eine brauchbare Frage, wenn du vier Angaben danebenlegen kannst:
- Zähleinheit: Werden Webseiten, Dokumente, Publikationen oder einzelne Indexeinträge gezählt?
- Quellenarten: Geht es um frei erreichbare Online-Texte, lizenzierte Volltexte oder private Referenzdokumente?
- Stand: Von welchem Datum stammt die Angabe?
- Grenze: Welche Texte sind ausdrücklich nicht oder nur teilweise erreichbar?
Fehlt eine dieser Angaben, ist die Zahl kein belastbarer Vergleichswert. Sie kann trotzdem richtig sein; du weißt nur nicht, was sie für deine Arbeit bedeutet.
Was PlagAware mit „mehr als 70 Milliarden“ meint
PlagAware schreibt auf seiner Produktseite derzeit von mehr als 70 Milliarden Online-Dokumenten. Die FAQ grenzen den normalen Online-Abgleich weiter ein: Er greift auf Dokumente zu, die online verfügbar sind und prinzipiell über gängige Suchmaschinen gefunden werden können. Texte hinter Bezahlschranken werden laut FAQ in aller Regel nicht vollständig erfasst; freie Kopien oder Zusammenfassungen können dennoch erscheinen. Nicht veröffentlichte Arbeiten und nur gedruckte Texte gehören nicht zum allgemeinen Online-Bestand.
Daneben gibt es private Bibliotheken. PlagAware-Benutzer können eigene Dokumente dort hinterlegen; innerhalb derselben Organisation können diese Texte optional geteilt werden. Das verändert den jeweiligen Prüfbestand, macht diese privaten Texte aber nicht zu einem allgemeinen Korpus. Für den hier angebotenen Scan versprechen wir keinen Zugriff auf kundeneigene, hochschulinterne oder fremde private Bibliotheken.
Das ist die wichtige Definition für den von Plagiat Scanner.de vermittelten Scan. Die Zahl ist eine aktuelle Herstellerangabe, die wir am 12.09.2026 geprüft haben. Wir haben weder die Zählung noch den gesamten Bestand unabhängig auditiert.
Warum Anbieterzahlen nicht in eine Rangliste gehören
Ein aktuelles Gegenbeispiel zeigt das Problem. Scribbr nennt auf seiner Produktseite 99,3 Milliarden aktuelle und historische Internetseiten und zusätzlich 8 Millionen wissenschaftliche Publikationen und Bücher. PlagAware nennt mehr als 70 Milliarden Online-Dokumente plus eigene Vergleichstexte.
Beide Anbieter beschreiben damit unterschiedliche Einheiten und Teilbestände. Unklar bleibt von außen unter anderem:
- ob mehrere Fassungen derselben Seite einzeln zählen,
- wie Weiterleitungen, Spiegelungen und Dubletten behandelt werden,
- ob Metadaten, Zusammenfassungen und Volltexte gleich gezählt werden,
- wie häufig der Bestand aktualisiert wird,
- welcher Teil in deinem konkreten Tarif tatsächlich abgefragt wird.
Eine Tabelle „99,3 ist größer als 70“ wäre mathematisch korrekt und fachlich wertlos. Sie würde Seiten gegen Dokumente rechnen und aus einer Bestandsangabe eine Trefferquote ableiten, die keiner der Werte enthält.
Der Quellenpass-Test für deine eigene Arbeit
Statt Anbieterzahlen zu sortieren, prüfst du deine wichtigsten Quellen. Nimm nicht das ganze Literaturverzeichnis, sondern zunächst die zehn Quellen, aus denen die meisten Paraphrasen, Definitionen oder Argumentationsschritte stammen.
| Klasse deiner Quelle | Beispiel | Im normalen PlagAware-Online-Abgleich | Deine Kontrolle |
|---|---|---|---|
| A: frei online auffindbar | Open-Access-Artikel, öffentliche Webseite, Repositoriums-PDF | grundsätzlich im erreichbaren Bereich; einzelne Seiten können technisch oder zeitweise fehlen | Titel oder markante Passage suchen und Fundstelle im Bericht öffnen |
| B: Volltext hinter Zugang | Verlagsartikel, Datenbankkapitel | laut Anbieter in der Regel nicht vollständig; freie Kopie oder Zusammenfassung kann erscheinen | Volltext selbst danebenlegen oder zulässige private Vergleichsfunktion nutzen |
| C: nur gedruckt | älteres Lehrbuch ohne Digitalisat | nicht online vergleichbar | kritische Paraphrasen direkt mit dem Buch prüfen |
| D: privat oder unveröffentlicht | frühere eigene Arbeit, internes Skript, fremde unveröffentlichte Abschlussarbeit | nicht im allgemeinen Online-Bestand; private Bibliotheken sind eine separate Herstellerfunktion | nur mit Berechtigung direkt vergleichen; für diesen Scan wird kein privater Bibliothekszugriff zugesagt |
Der Nutzen dieser Einteilung ist konkret: Du erkennst vor dem Kauf, für welche Absätze Software eine realistische Fundchance hat und wo du selbst gegen die Vorlage lesen musst.
Ein Mini-Beispiel: 30 Quellen, drei unterschiedliche Risiken
Angenommen, deine Bachelorarbeit nutzt 30 Titel:
- 18 Open-Access-Aufsätze und öffentliche Webseiten,
- 8 Verlagsartikel hinter dem Hochschulzugang,
- 3 gedruckte Bücher ohne Digitalisat,
- 1 unveröffentlichtes Seminarskript.
Eine Milliardenangabe hilft vor allem bei der ersten Gruppe. Bei den acht Verlagsartikeln kann eine frei zugängliche Parallelfassung gefunden werden, muss aber nicht. Die vier nur gedruckten oder privaten Quellen bleiben eine erkennbare Lücke. Daraus folgt nicht, dass der Scan nutzlos ist. Es folgt, dass du den Bericht und deine manuelle Kontrolle auf unterschiedliche Quellenklassen verteilen solltest.
Was die Zahl über den Bericht nicht sagt
Auch ein erreichbarer Text wird nicht automatisch als problematische Übernahme angezeigt. PlagAware erklärt selbst, dass vollständig umformulierte Texte durch einen reinen Plagiatsabgleich nicht zuverlässig erkannt werden. Umgekehrt können korrekt zitierte Passagen, Literaturangaben und häufige Fachformulierungen als Ähnlichkeiten erscheinen.
Prüfe deshalb nicht nur den Gesamtwert. Ein brauchbarer Bericht muss dir mindestens zeigen:
- welche Passage markiert wurde,
- welche konkrete Fundstelle dazu gefunden wurde,
- wie viel Text tatsächlich übereinstimmt,
- ob du die Quelle öffnen und den Kontext prüfen kannst.
Wie du die Liste der Treffer abarbeitest, erklärt Quellenliste im Bericht lesen. Warum der Prozentwert allein kein Urteil ist, zeigt Plagiatsprozent interpretieren.
Fünf Fragen, die eine Milliardenangabe belastbar machen
- Welche Einheit wird gezählt: URL, Dokument, Publikation oder indexierter Eintrag?
- Welche Quellenarten sind ohne Zusatzbibliothek tatsächlich erreichbar?
- Stammt die Zahl vom technischen Anbieter oder wird sie nur von einem Verkäufer wiederholt?
- Ist ein Stand oder wenigstens ein aktueller, überprüfbarer Herstellertext angegeben?
- Zeigt der Bericht nachvollziehbare Fundstellen, statt nur mit der Größe des Bestands zu werben?
Wenn ein Anbieter diese Punkte nicht beantwortet, hast du keine Grundlage für einen Größenvergleich. Die Checkliste für die Anbieterwahl verbindet diesen Quellenpass mit Preis, Datenweg und Bericht.
Quellen und Stand
Diese Seite ist kein unabhängiger Produkttest. Plagiat Scanner.de verkauft Prüfungen, die PlagAware einsetzen, und hat daher ein wirtschaftliches Interesse. Wir vergleichen keine selbst erhobenen Trefferquoten. Geprüft wurden die öffentlich sichtbaren Herstellerdefinitionen und ihre ausdrücklich genannten Grenzen; Abrufdatum aller folgenden Quellen ist der 12.09.2026.
- PlagAware: Produktseite — Herstellerangabe „mehr als 70 Milliarden Online-Dokumente“ und zusätzliche eigene Vergleichstexte.
- PlagAware: Häufige Fragen — Reichweite öffentlich auffindbarer Texte, Paywall-/Verfügbarkeitsgrenzen und private Bibliotheken.
- Scribbr: Plagiatsprüfung — Wettbewerberangabe mit abweichenden Einheiten „Internetseiten“ und „wissenschaftliche Publikationen und Bücher“; nur als Beispiel für fehlende direkte Vergleichbarkeit.
- Redaktion und Qualitätsstandards — Quellenrangfolge, Interessentransparenz und Korrekturweg dieser Website.
Entscheidung in 30 Sekunden
- Ordne deine zehn wichtigsten Quellen in die Klassen A bis D ein.
- Werte Anbieterzahlen nur mit Einheit, Quellenarten, Stand und Grenze.
- Wähle den Bericht nach überprüfbaren Fundstellen, nicht nach der größten Zahl.
- Kontrolliere bekannte Paywall-, Print- und Privatquellen selbst gegen deine Formulierungen.
Wenn du anschließend deine tatsächliche Prüffassung abgleichen willst, führt der eine kommerzielle nächste Schritt unterhalb dieser Seite zum Plagiat Scan. Die große Zahl ersetzt dabei weder deinen Quellenpass noch die Bewertung der einzelnen Fundstellen.
Vor diesem Schritt wichtig: Für die Preisberechnung wird deine vollständige Datei bereits vor der Zahlung auf dem Server von Plagiat Scanner.de gespeichert und ausgelesen. Wenn du diesen Datenweg nicht akzeptierst oder gerade eine private, gedruckte oder nicht online auffindbare Quelle gegenprüfen willst, lade die Datei nicht hoch. Einzelheiten stehen im Abschnitt „Upload vor dem Checkout“ der Datenschutzerklärung.