Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 7 Min. Lesezeit
Wonach sich die Formen unterscheiden
Alle Plagiatsarten haben dasselbe Merkmal: Eine fremde Leistung erscheint als eigene. Unterschiedlich ist, was übernommen wird, wie sichtbar die Übernahme im fertigen Text bleibt und mit welchem Verfahren sie sich überhaupt aufspüren lässt.
Genau diese drei Fragen ordnen die Begriffe. Der Rest ist Terminologie.
Die Namen selbst stammen aus unterschiedlichen Traditionen und überschneiden sich deshalb: Manche beschreiben die Handlung, andere das Ergebnis, wieder andere den Gegenstand der Übernahme. Verlass dich nicht darauf, dass deine Prüfungsordnung dieselben Wörter benutzt wie diese Seite. Sie beschreibt meist nur, was untersagt ist, ohne es zu benennen.
Alle Formen im Überblick
| Form | Kurzdefinition | Wie leicht auffindbar |
|---|---|---|
| Vollplagiat | fremde Arbeit vollständig unter eigenem Namen | sehr leicht |
| Teilplagiat | einzelne Kapitel oder Abschnitte übernommen | leicht |
| Copy-Paste-Plagiat | Wortlaut unverändert eingefügt | sehr leicht |
| Übersetzungsplagiat | fremdsprachige Quelle übersetzt und nicht belegt | schwer |
| Paraphrasenplagiat | Inhalt umformuliert, Beleg fehlt | mittel |
| Patchwriting | Synonyme getauscht, Satzbau der Vorlage geblieben | mittel |
| Mosaikplagiat | Satzteile mehrerer Quellen ineinander verwoben | mittel |
| Shake and Paste | Absätze aus Fremdtexten neu gemischt | mittel |
| Verschleierungsplagiat | Übernahme planvoll unkenntlich gemacht | schwer |
| Strukturplagiat | fremde Gliederung oder Argumentationsfolge | sehr schwer |
| Ideenplagiat | fremde These in eigenen Worten als eigene ausgegeben | sehr schwer |
| Kryptoplagiat | benutzte Quelle bewusst verschwiegen | schwer |
| Zitatplagiat | Zitat ohne Kennzeichnung oder falsch zugeordnet | mittel |
| Bauernopfer | ein Beleg deckt nur einen Bruchteil der Übernahme | schwer |
| Quellenplagiat | Quellenangaben ungeprüft aus fremdem Text übernommen | schwer |
| Fußnotenplagiat | fremder Fußnotenapparat mitübernommen | schwer |
| Selbstplagiat | eigener Text erneut als neue Leistung eingereicht | nur bei öffentlichem Vortext |
| Ghostwriting | Arbeit von einer anderen Person verfasst | kaum über Textabgleich |
| Datenfälschung | Daten erfunden, ausgewählt oder geschönt | nicht über Textabgleich |
| Bildplagiat | Abbildung oder Foto ohne Quelle übernommen | nur über Bildsuche |
| Codeplagiat | Quellcode aus fremden Projekten übernommen | mit Spezialwerkzeugen |
| Designplagiat | Gestaltung oder Layout übernommen | nicht über Textabgleich |
| Musikplagiat | Melodie oder Motiv übernommen | nicht über Textabgleich |
| Patentplagiat | technische Lehre eines Schutzrechts benutzt | Sache der Patentrecherche |
Übernahmeformen
In dieser Gruppe wandert fremder Text mehr oder weniger direkt in deine Arbeit. Sie ist die größte und für Prüfsoftware die einfachste.
Am oberen Ende steht das Vollplagiat, also die vollständig fremde Arbeit. Praktisch häufiger sind Teilübernahmen: ein Kapitel, ein Absatz, ein Satz. Sobald der Wortlaut erhalten bleibt, meldet ihn jeder Abgleich zuverlässig, weshalb diese Formen in Prüfungsarbeiten selten geworden sind.
Interessanter sind die Zwischenformen. Beim Paraphrasenplagiat stimmt der Inhalt mit der Quelle überein, nur die Wörter sind andere und der Beleg fehlt. Beim Mosaikplagiat setzt sich ein Absatz aus Bruchstücken mehrerer Texte zusammen, wodurch jede einzelne Übereinstimmung kurz bleibt und der Prozentwert niedrig aussieht. Die Menge macht den Unterschied, nicht die Länge der einzelnen Stelle.
Verschleierungsformen
Hier liegt der Schwerpunkt nicht auf der Übernahme, sondern auf ihrer Tarnung. Diese Gruppe wird in Prüfungsverfahren am strengsten gewichtet, weil sie Planmäßigkeit erkennen lässt.
Das Verschleierungsplagiat macht eine Vorlage planvoll unkenntlich: Sätze werden zerlegt, ihre Teile umgestellt, dazwischen kommt Füllmaterial. Das Übersetzungsplagiat erreicht dasselbe Ergebnis mit einem einzigen Handgriff, weil ein deutschsprachiger Abgleich einen englischen Originalsatz schlicht nicht kennt. Der Aufwand ist gering. Die Wirkung ist groß.
Eine eigene Untergruppe bilden die Belegtricks. Beim Bauernopfer steht ein Nachweis an einer harmlosen Stelle, während der eigentliche Umfang der Übernahme ungedeckt bleibt. Verwandt sind Quellen- und Fußnotenplagiat, bei denen der Apparat einer fremden Arbeit mitwandert und Belesenheit vortäuscht, die es nicht gibt. Und das Ideenplagiat braucht überhaupt keinen übernommenen Wortlaut, weil es die These selbst betrifft.
Eigenverwertungsformen
In dieser Gruppe ist der Text deiner. Trotzdem entsteht ein Problem, nur ein anderes als bei fremden Vorlagen.
Wer eine bereits benotete Arbeit erneut einreicht, ließe dieselbe Leistung zweimal anrechnen. Wer einen veröffentlichten eigenen Aufsatz unzitiert weiterverwendet, lässt die Leserschaft an einen neuen Beitrag glauben. Die Varianten sortiert Formen des Selbstplagiats.
Ein Textabgleich hilft hier nur begrenzt. Eine unveröffentlichte Seminararbeit taucht in keinem Index auf, der Bericht bleibt an dieser Stelle also stumm; wir nehmen eingereichte Arbeiten außerdem nicht in eine Vergleichsdatenbank auf. Sichtbar wird die Wiederverwendung fast immer durch Menschen, die beide Texte gelesen haben.
Nicht-textliche Formen
Übernahme endet nicht am Fließtext. Abbildungen, Tabellen, Karten, Quellcode, Gestaltungsentwürfe und Datensätze sind ebenfalls fremde Leistungen und brauchen ebenfalls eine Zuschreibung.
Beim Bildplagiat fehlt die Quelle unter der Abbildung, was zusätzlich urheberrechtliche Fragen auslöst, weil eine Grafik ein eigenständiges Werk ist. Beim Codeplagiat stammen Funktionen aus fremden Projekten, ohne dass Lizenz oder Herkunft vermerkt wären; hier braucht es andere Werkzeuge als einen Textabgleich.
Am schwersten wiegt in dieser Gruppe die Datenfälschung, weil sie nicht die Zuschreibung betrifft, sondern die Grundlage der ganzen Arbeit: Wo Messwerte erfunden, unpassende Fälle stillschweigend aussortiert oder Ergebnisse nachträglich geglättet werden, steht jede Schlussfolgerung auf Sand. Kein Scan deckt das auf. Nötig ist die Nachprüfung der Rohdaten.
Die Gruppen in einem Satz
Übernahmeformen betreffen fremden Wortlaut, Verschleierungsformen dessen Tarnung, Eigenverwertungsformen deinen eigenen Vortext, nicht-textliche Formen alles außerhalb des Fließtextes.
Warum die Einordnung für die Bewertung zählt
Ein Prüfungsausschuss bewertet nicht den Begriff, sondern drei Dinge: den Umfang der Übernahme, ihre Erkennbarkeit als geplantes Vorgehen und den verbleibenden Anteil eigener Leistung. Die Bezeichnung hilft nur, den Fall zu beschreiben.
Deshalb kann ein einzelner unbelegter Absatz milder ausgehen als ein Kapitel voller knapp umgeschriebener Sätze, obwohl der erste Fall drastischer klingt. Wer nachweisen kann, dass die Quelle im Literaturverzeichnis steht und der Rest der Arbeit sauber belegt ist, steht besser da. Was am Ende gilt, entscheidet dein Prüfungsausschuss nach deiner Prüfungsordnung.
Was ein Scan von diesen Formen findet
Die Auffindbarkeitsspalte in der Tabelle ist keine Werbung, sondern eine Einschränkung. Verglichen werden Zeichenfolgen, und zwar gegen über 70 Milliarden Quellen; gemeldet wird dir davon alles, was den ursprünglichen Wortlaut halbwegs beibehalten hat. Weiter reicht das Verfahren nicht.
Je weiter sich eine Form vom Wortlaut entfernt, desto schwächer wird der Treffer. Bei Ideen, Strukturen und Übersetzungen bleibt oft nur ein Muster übrig: viele kurze Markierungen, die alle zum selben Titel führen. Wie du solche Signale liest, steht unter Plagiatsbericht lesen. Für 0,29 € je Normseite bekommst du diesen Abgleich, und wer die KI-Prüfung dazunimmt, zahlt für beides zusammen 0,39 € statt 0,58 €. Eine Normseite sind 1.800 Zeichen.
Womit du anfängst
Such dir zuerst die Form, die zu deiner Arbeitsweise passt, und nicht die spektakulärste aus der Liste.
Wer mit offener Quelle schreibt, sollte Paraphrase und Belegreichweite prüfen. Wer viel aus Notizen arbeitet, sollte nach vergessenen Herkunftsangaben suchen. Wer mit fremdsprachiger Literatur arbeitet, prüft die übersetzten Passagen besonders genau, weil kein Abgleich sie meldet. Danach lohnt ein Durchgang mit Software, und alles, was der Bericht nicht abdeckt, liest du selbst gegen.