Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 7 Min. Lesezeit
Kurzantwort: was das Programm übernimmt
Citavi verwaltet deine Quellen, ordnet dein Wissen dazu und setzt beim Schreiben über ein Word-Add-in die Belege samt Literaturverzeichnis. Den Zitationsstil wählst du einmal aus und kannst ihn jederzeit umstellen.
Formatiert wird zuverlässig, geprüft wird nichts. Was in deinem Projekt steht, wandert unverändert in den Text, und ein beim Import falsch erfasster Name bleibt auch dann falsch, wenn das Programm ihn mit tadelloser Interpunktion und korrekter Klammersetzung an die richtige Stelle schreibt. Diese Arbeitsteilung solltest du dir vor dem ersten Import klarmachen.
An vielen Hochschulen gibt es eine Campuslizenz. Frag in der Bibliothek nach, bevor du selbst zahlst.
Wissensorganisation: Zitate hängen an der Quelle
Der eigentliche Unterschied zu einer bloßen Titelliste liegt hier. Zu jeder Quelle legst du Wissenselemente an: wörtliche Zitate mit Seitenzahl, eigene Zusammenfassungen, offene Fragen. Jedes Element bleibt mit seinem Titel verbunden, auch wenn du es später an eine ganz andere Stelle deiner Arbeit ziehst.
Genau das entschärft den Klassiker unter den Unfällen. Ein wörtlich kopierter Absatz, der ohne Kennzeichnung in einer losen Notizdatei landet, sieht drei Wochen später aus wie eine eigene Formulierung und wandert beim Schreiben ohne Anführungszeichen in den Fließtext. Damit ist er ein Plagiat. Wie du dieselbe Trennung auch ohne Programm hinbekommst, steht bei Notizen ohne Plagiatsrisiko.
Halte beim Anlegen konsequent auseinander, was Zitat, Paraphrase und eigener Gedanke ist. Die Kennzeichnung kostet zwei Sekunden. Sie später zu rekonstruieren kostet Stunden.
Nimm die Seitenzahl direkt beim Erfassen mit auf, auch bei Zusammenfassungen. Beim Schreiben fügst du sie sonst aus dem Gedächtnis ein, und Gedächtnis und Seitenzahl vertragen sich schlecht. Wie du beim Exzerpieren sauber trennst, beschreibt die Seite zum Exzerpieren.
Kategorien: aus der Sammlung wird eine Gliederung
Wissenselemente lassen sich in ein Kategoriensystem einsortieren, das deiner Kapitelstruktur folgt. Wächst die Sammlung, siehst du früh, welches Kapitel gut belegt ist und welches auf zwei Quellen steht.
Diese Ansicht ist ehrlicher als das Gefühl beim Lesen. Wer feststellt, dass ein ganzer Abschnitt an einem einzigen Titel hängt, hat ein Rechercheproblem entdeckt, solange es noch reparabel ist. Für den Aufbau selbst hilft die Seite zum Gliederung erstellen.
Verwechsle den Kategorienbaum trotzdem nicht mit deiner Gliederung. Er ordnet Material, er argumentiert nicht. Ein Kapitel entsteht erst, wenn du entscheidest, in welcher Reihenfolge die gesammelten Elemente etwas beweisen sollen, und dabei die Hälfte davon aussortierst. Wer die Kategorien eins zu eins zu Überschriften macht, schreibt eine Materialsammlung mit Zwischentiteln.
Den Zitationsstil umstellen
Der Stil ist eine Anzeigeeinstellung, keine Eigenschaft deiner Daten. Deshalb kannst du zwischen Autor-Jahr-Systemen und Fußnotenstilen wechseln, ohne einen einzigen Datensatz anzufassen.
Ein Wechsel deckt Lücken auf, statt sie zu erzeugen. Verlangt der neue Stil einen Verlagsort, wird jeder Datensatz ohne Verlagsort sofort sichtbar, und ein Fußnotenstil führt dir vor Augen, welche Einträge keinen brauchbaren Kurztitel hergeben, weil beim Import nur der Haupttitel mitgekommen ist. Nutze das bewusst: Stelle einmal probeweise auf einen anspruchsvolleren Stil um und sieh dir an, wo Platzhalter auftauchen. Welcher Stil für deine Arbeit vorgesehen ist, klärt vorher die Seite zum Zitierstil auswählen.
Was das Programm macht und was du prüfst
| Arbeitsschritt | Das übernimmt das Programm | Das musst du kontrollieren |
|---|---|---|
| Titel importieren | Felder aus Katalog oder Datenbank füllen | Autorenfeld, Untertitel, Jahr |
| Zitat erfassen | Speichern mit Seitenzahl und Verweis zur Quelle | Wörtlichkeit und Seitenzahl |
| Beleg einfügen | Kurzbeleg im gewählten Stil setzen | ob die Aussage wirklich aus dieser Quelle stammt |
| Stil wechseln | Alle Belege und das Verzeichnis neu formatieren | ob Pflichtfelder für den neuen Stil gefüllt sind |
| Verzeichnis erzeugen | Sortierung und Interpunktion | Vollständigkeit und Dubletten |
Das Add-in im Schreibfluss
Beim Schreiben wählst du die Quelle aus deinem Projekt aus, ergänzt die Seitenzahl und schreibst weiter. Das Verzeichnis am Ende wächst dabei mit und enthält nur Titel, die im Text auch vorkommen. Der Abgleich, den die Seite zum Literaturverzeichnis als Handarbeit beschreibt, entfällt damit weitgehend.
Der Komfort hat einen Preis. Wer Belege im Sekundentakt setzt, setzt sie irgendwann ungeprüft, und aus dem schnellen Griff zur nächstbesten Quelle im Projekt wird ein Nachweis, der die belegte Aussage inhaltlich gar nicht deckt. Solche Nachlässigkeit fällt im Gutachten auf, nicht in der Software.
Der typische Importfehler: die Herausgeberin im Autorenfeld
So entsteht der Fehler
Du importierst den Beitrag von Weber aus dem Sammelband „Methoden der Ethnografie", herausgegeben von Yilmaz. Der Katalog kennt den Band besser als den einzelnen Beitrag. Im Autorenfeld landet deshalb Yilmaz, und Weber verschwindet ganz. Jeder Kurzbeleg lautet fortan (Yilmaz 2019), obwohl Yilmaz diesen Text nie geschrieben hat.
Der Katalog gewinnt fast immer. Der Schaden reicht dabei weit über eine Formalie hinaus, denn du schreibst einer Person eine Aussage zu, die von jemand anderem stammt, und dein Verzeichnis führt am Ende einen Beitrag, den es in dieser Form nirgends gibt. Wer die Stelle nachschlägt, findet dort etwas anderes. Wie ein Sammelbandbeitrag korrekt aussieht, zeigt die Seite zum Beitrag im Sammelband.
Die Gegenprobe dauert wenige Sekunden: Steht bei einem Sammelbandeintrag im Autorenfeld dieselbe Person wie im Herausgeberfeld, stimmt etwas nicht.
Wofür das Programm nicht zuständig ist
Es entscheidet nicht, ob eine Quelle taugt. Es merkt auch nicht, dass du zwei Einträge für denselben Titel führst, und es sagt dir schon gar nicht, ob deine Paraphrase weit genug vom Original entfernt ist, um noch als eigene Leistung durchzugehen.
Die zweite Lücke wiegt schwerer, als sie klingt. Importierst du denselben Aufsatz einmal aus dem Bibliothekskatalog und einmal aus einer Fachdatenbank, entstehen zwei Datensätze mit leicht verschiedenen Schreibweisen. Im Verzeichnis stehen sie später als zwei Werke untereinander, und die Kurzbelege im Text zeigen mal auf den einen, mal auf den anderen. Weitere Muster dieser Art sammelt die Übersicht zu Zitierfehlern.
Was ein Scan an einer verwalteten Bibliografie zeigt
Ein sauber gepflegtes Projekt macht die Belege gleichmäßig, nicht automatisch richtig. Im Plagiatsbericht siehst du, welche Passagen wörtlich mit fremden Texten übereinstimmen, und kannst danebenlegen, ob an dieser Stelle überhaupt ein Beleg steht.
Zwei Befunde sind typisch. Eine markierte Passage ohne Beleg zeigt eine vergessene Quellenangabe. Ein Beleg, der auf einen anderen Text zeigt als die Fundstelle im Bericht, weist auf einen vertauschten Datensatz hin. Der Scan kostet 0,29 € je Normseite zu 1.800 Zeichen; wer gleichzeitig auf KI-Anteile prüfen lässt, zahlt 0,39 € statt 0,58 €.