10 % Rabatt mit dem Code plagiat-scan10 im Shop!
Optional

Die Danksagung in der Abschlussarbeit

Eine Danksagung ist freiwillig. Wenn du eine schreibst, gehört sie an den Anfang, bleibt unter einer halben Seite und nennt fachliche Unterstützung zuerst. Vorsicht bei einem Punkt: Der falsche Dank kann deiner Eigenständigkeitserklärung widersprechen.

Server in Deutschland Ergebnis in 15 Min. 70 Mrd. Quellen

 |  Zuletzt geprüft: 27.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Freiwillig, aber nicht beliebig

Eine Danksagung schreibt niemand vor. Sie ist eine persönliche Geste am Rand einer Prüfungsleistung, und du kannst sie ohne Begründung weglassen. Bei Hausarbeiten ist sie unüblich, bei Abschlussarbeiten verbreitet, bei Dissertationen beinahe Standard.

Wenn du dich dafür entscheidest, gelten trotzdem Regeln. Nicht weil eine Ordnung sie festschreibt, sondern weil die Seite mitgelesen wird und einen Eindruck hinterlässt, bevor das erste Kapitel beginnt. Eine gute Danksagung bemerkt man kaum. Eine schlechte bleibt hängen.

Ein zweiter Grund kommt hinzu, und der wird oft übersehen: Die Danksagung ist die einzige Stelle deiner Arbeit, an der du in eigener Sache über fremde Beiträge sprichst. Alles andere im Text belegst du mit Quellen. Hier beschreibst du, wer dir geholfen hat, und diese Beschreibung wird ernst genommen.

Ort, Umfang, Seitenzahl

Der übliche Platz liegt im Vorspann: nach dem Deckblatt, vor oder direkt nach dem Inhaltsverzeichnis. Sie bekommt eine römische Seitenzahl wie die übrigen Vorspannseiten und erscheint als Eintrag im Verzeichnis. Wie du diese Nummerierung technisch einrichtest, steht unter Seitenzahlen in Word.

Beim Umfang gilt eine simple Obergrenze: eine halbe Seite. Drei bis fünf Sätze reichen für fast jede Konstellation. Wer mehr schreibt, kippt das Verhältnis, weil die Danksagung dann länger wirkt als manches Unterkapitel und die Leserin schon vor dem Inhaltsverzeichnis den Eindruck bekommt, das Persönliche sei hier wichtiger als die Sache. Sollte deine Hochschule etwas anderes vorgeben, folgst du selbstverständlich dieser Vorgabe.

Wen du nennst und in welcher Reihenfolge

Die Reihenfolge folgt dem fachlichen Beitrag, nicht der persönlichen Nähe. Zuerst kommt, wer die Arbeit inhaltlich möglich gemacht hat: Betreuung, Zweitgutachten, Fachleute, die dir Auskunft gegeben haben, Personen, die dir Zugang zu Daten verschafft haben. Danach folgt das Private, kurz.

Bei Kooperationspartnern ist Vorsicht nötig. Wenn deine Arbeit einen Sperrvermerk trägt, kann schon die Nennung eines Namens oder einer Abteilung mehr verraten, als vereinbart war. Frag vorher. Dasselbe gilt für Interviewpartner, denen du Anonymität zugesagt hast: Ein Dank mit vollem Namen hebt die Zusage faktisch auf.

Dieselbe Danksagung, zwei Fassungen

Was den Unterschied macht

Ungünstig: „Mein größter Dank gilt meiner Freundin Lisa, die nächtelang meine Kapitel umgeschrieben und mir am Ende auch die Statistik gerechnet hat. Ohne dich wäre diese Arbeit niemals fertig geworden. Danke auch an Prof. Dr. Weber für die Betreuung."

Zwei Probleme. Der Text beschreibt fremde inhaltliche Leistung, was deiner Erklärung widersprechen kann. Und er stellt die private Unterstützung vor die fachliche.

Passend: „Ich danke Prof. Dr. Weber für die Betreuung und die klaren Rückfragen in den Zwischengesprächen. Den Beschäftigten der Muster GmbH danke ich für ihre Bereitschaft, mir für Interviews Zeit zu geben. Mein Dank gilt außerdem meiner Familie für die Geduld in den letzten Monaten."

Die zweite Fassung nennt konkrete Beiträge, ordnet sie richtig und beschreibt nichts, was deine Eigenständigkeit infrage stellt.

Nennen oder nicht

Rolle Nennen? Worauf du achtest
Betreuung ja, zuerst akademischen Titel korrekt schreiben
Zweitgutachten ja, wenn beteiligt Reihenfolge nach fachlichem Beitrag
Interviewpartner nur mit Einverständnis Anonymitätszusagen haben Vorrang
Unternehmen mit Freigabe Sperrvermerk und Vertraulichkeit beachten
Bibliothek, Labor, Rechenzentrum wenn substanziell geholfen Einrichtung statt Einzelperson
Familie, Partnerin, Freunde optional, kurz ans Ende, ohne Details
Lektorat oder Korrektorat gehört in die Erklärung dort steht die verbindliche Angabe
Wer inhaltlich mitgeschrieben hat Warnsignal das ist ein Problem, kein Dank

Die letzten beiden Zeilen sind der Grund, warum diese Seite überhaupt eine Warnung enthält.

Der Ton und die Grenze

Schreib einfach und ehrlich. Ein persönlicher Satz ist erlaubt, Überschwang wirkt fehl am Platz. Vermeide Superlative, verzichte auf Insiderwitze und lass Widmungen an Verstorbene knapp, wenn du sie überhaupt aufnimmst.

Die inhaltliche Grenze ist wichtiger als der Stil. Alles, was du in der Danksagung als Hilfe beschreibst, wird mit deiner Eigenständigkeitserklärung zusammen gelesen. Ein Dank für „das Korrekturlesen" ist unproblematisch, solange sprachliche Hilfe bei dir zulässig und angegeben ist; wo diese Grenze verläuft, klärt der Beitrag zu Lektorat und Korrektorat. Ein Dank für inhaltliche Zuarbeit dagegen beschreibt genau das, was eine Prüfungsordnung typischerweise untersagt.

Formuliere deshalb, wofür du dankst. Nicht, wie viel jemand getan hat.

Vor dem Einfügen

  • Ist die Seite kürzer als eine halbe Seite?
  • Steht die fachliche Unterstützung vor der privaten?
  • Sind alle Namen und Titel korrekt geschrieben?
  • Hast du das Einverständnis aller genannten Personen?
  • Verträgt sich jede genannte Hilfe mit deiner Eigenständigkeitserklärung?
  • Verrät kein Name etwas, das ein Sperrvermerk schützt?
  • Passt die Seitenzahl in die Nummerierung des Vorspanns?

Warum diese Seite bei einem Verdacht mitgelesen wird

Danksagungen wirken harmlos, und genau deshalb entstehen dort Aussagen, die niemand geprüft hat. Wer nach dem letzten Korrekturdurchgang um Mitternacht drei Sätze Dank hinschreibt, formuliert unbedacht und beschreibt gelegentlich mehr Unterstützung, als tatsächlich stattgefunden hat.

Kommt es später zu Rückfragen, ist die Seite ein Anhaltspunkt. Sie ist kein Beweis für irgendetwas, aber sie steht in deiner eigenen Arbeit und stammt von dir. Ein Satz wie „danke fürs Schreiben des Methodenteils" lässt sich im Nachhinein schwer als liebevolle Übertreibung erklären, selbst wenn er genau so gemeint war.

Umgekehrt hilft eine saubere Danksagung. Sie zeigt, dass du weißt, welcher Anteil der Arbeit von wem kam, und diese Klarheit passt zu einer Arbeit, die du selbst verantwortest.

Was du als Nächstes tust

Klär als Erstes für dich, ob du überhaupt eine schreiben möchtest. Wenn ja, schreib sie in drei Sätzen, lass sie über Nacht liegen und lies sie am nächsten Tag laut. Prüfe dabei jede beschriebene Hilfe gegen deine Erklärung und streiche alles, was du im Kolloquium nicht in einem Satz erläutern könntest.

Ob dein Ton zur restlichen Arbeit passt, siehst du selbst schwer. Eine Rückmeldung zu Formulierung und Verständlichkeit bekommst du im Schreibcoach, bevor die Seite in die Endfassung wandert.

FAQ

Häufige Fragen

Nein, sie ist in aller Regel freiwillig. Bei Hausarbeiten und Seminararbeiten ist sie unüblich, bei Abschlussarbeiten verbreitet und bei Dissertationen fast die Regel. Ob deine Hochschule eine Vorgabe zu Position oder Umfang macht, steht im Merkblatt zur Arbeit oder in der Prüfungsordnung.
Üblicherweise im vorderen Teil, nach dem Deckblatt und vor dem Inhaltsverzeichnis, manchmal auch direkt danach. Sie bekommt in der Regel eine römische Seitenzahl wie die anderen Vorspannseiten. Am Ende der Arbeit steht sie selten, weil sie dort mit den Erklärungen kollidiert.
Eine halbe Seite ist reichlich, drei bis fünf Sätze sind der übliche Umfang. Wer eine ganze Seite füllt, verschiebt das Gewicht der Arbeit an eine Stelle, an der es nicht hingehört. Bei Dissertationen sind längere Danksagungen verbreitet, aber auch dort selten mehr als eine Seite.
Zuerst die fachliche Unterstützung: Betreuung, Zweitgutachten, Fachleute für Auskünfte, Interviewpartner und kooperierende Einrichtungen. Danach folgt gegebenenfalls das Private, kurz gehalten. Nenne niemanden, der nicht genannt werden möchte, und keine Person aus einem Unternehmen, solange dir deren Einverständnis nicht vorliegt.
Ja, wenn sie Hilfe erwähnt, die du an keiner anderen Stelle angegeben hast. Ein Dank fürs „Umschreiben von Kapitel 4" oder für „die Auswertung der Daten" beschreibt fremde inhaltliche Leistungen, die deiner Eigenständigkeitserklärung widersprechen können. Prüferinnen und Prüfer lesen diese Seite, und sie lesen sie aufmerksam.
Ein persönlicher Ton ist erlaubt, Kalauer und Insiderwitze wirken in einer Prüfungsarbeit deplatziert. Bleib bei einfachen, ehrlichen Sätzen. Wenn du unsicher bist, lies die Seite jemandem vor, der dein Umfeld nicht kennt: Was für ihn unverständlich oder peinlich klingt, streichst du.

Formulierungen vor der Abgabe gegenlesen lassen

Feedback zu Stil, Struktur und Verständlichkeit deines Textes.

Schreibcoach Kostenloses Tool
Schreibcoach öffnen