Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Wofür diese Liste gedacht ist
Anbieter einer Plagiatsprüfung klingen auf der Startseite fast gleich. Unterschiede zeigen sich in den Bedingungen, in der Datenschutzerklärung und im Bestellprozess, also genau dort, wo niemand freiwillig hinsieht.
Diese Checkliste holt sie hervor. Sie enthält zwölf Fragen in vier Gruppen, und du kannst sie in einer Viertelstunde für zwei Anbieter durchgehen.
Bewertungen fremder Anbieter findest du hier nicht. Was du findest, ist eine Systematik, mit der du selbst zu einem Urteil kommst, und weiter unten dieselben zwölf Fragen, beantwortet für unser eigenes Angebot, damit du siehst, wie eine vollständige Antwort aussehen sollte.
Gruppe eins: Zugang und Buchbarkeit
Kann ich als Privatperson buchen? Bei institutioneller Software lautet die Antwort meist nein, und der Zugang hängt an der Lizenz einer Einrichtung. Das ist kein Mangel des Produkts, sondern sein Zuschnitt.
Brauche ich ein Konto? Die Antwort steht selten auf der Startseite und fast immer im Bestellprozess. Wenn du sie vorher wissen willst, klick dich bis zum letzten Schritt durch, ohne zu bezahlen.
Welche Dateiformate und Größen sind erlaubt? Wer mit einem 60-MB-PDF ankommt und erst nach dem Bezahlen erfährt, dass bei 50 MB Schluss ist, hat einen vermeidbaren Abend verloren.
Gruppe zwei: Abrechnung
Wie wird gerechnet? Nach Dokument, nach Seite, nach Wörtern oder nach Normseiten? Eine Normseite umfasst 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen und macht Angebote überhaupt erst vergleichbar, weil Schriftgröße und Ränder herausfallen.
Was kostet der zweite Durchgang? Fast alle prüfen zweimal, einmal nach dem Rohtext und einmal nach der Überarbeitung. Ob der zweite Durchlauf voll berechnet wird, entscheidet über deine Gesamtkosten mehr als der beworbene Einstiegspreis.
Gibt es eine Laufzeit? Ein Abo, das nach der Abgabe weiterläuft, ist der häufigste Grund für Ärger. Rechenbeispiele dazu stehen unter Abo oder Einzelscan.
Gruppe drei: der Datenweg
Wo wird verarbeitet? Ein konkretes Land oder wenigstens die Angabe EU. Schweigen ist auch eine Antwort.
Wird meine Arbeit in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen? Das ist die Frage mit den größten Folgen, weil eine gespeicherte Vorabfassung bei der späteren offiziellen Prüfung als Treffer erscheinen kann. Sie gehört ausdrücklich beantwortet, nicht umschrieben.
Wann wird gelöscht? Eine Zahl in Tagen und der Hinweis, ob die Löschung automatisch erfolgt oder ob du sie selbst beantragen musst. Der Unterschied entscheidet darüber, ob du dir einen Termin im Kalender setzen musst, um deine eigene Datei loszuwerden.
Gruppe vier: Ergebnis und Ehrlichkeit
Was steht im Bericht? Ein Prozentwert allein reicht nicht. Du brauchst markierte Passagen mit verlinkten Quellen, sonst kannst du nichts überarbeiten.
Kann ich den Bericht herunterladen? Ein Ergebnis, das nur im Konto des Anbieters sichtbar ist, verschwindet mit dem Konto.
Benennt der Anbieter seine Grenzen? Das ist die aufschlussreichste Frage überhaupt. Wer offen sagt, was sein Werkzeug nicht findet, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch beim Rest nicht übertrieben, denn eine ehrliche Einschränkung kostet Umsatz und wird deshalb selten aus Versehen geschrieben.
Diese vier Gruppen decken das ab, was dir hinterher tatsächlich Ärger machen kann. Alles Weitere, etwa die Frage nach der Größe des Quellenbestands, klingt wichtiger als es ist, weil sich solche Angaben von außen ohnehin nicht überprüfen lassen.
Die Fragen und ihre Antworten
| Frage | Brauchbare Antwort | Warnzeichen |
|---|---|---|
| Für Privatpersonen buchbar | eindeutiges Ja mit Preis davor | Preis erst nach Registrierung |
| Abrechnungseinheit | Normseite zu 1.800 Zeichen | „pro Seite" ohne Definition |
| Zweiter Scan | einzeln abgerechnet, Preis bekannt | Auskunft erst nach dem Kauf |
| Serverstandort | Land oder EU genannt | keine Angabe auffindbar |
| Vergleichsdatenbank | ausdrückliches Ja oder Nein | Formulierung, die offenlässt |
| Löschfrist | Zahl in Tagen, automatisch | „solange erforderlich" |
| Berichtsinhalt | markierte Stellen mit Quellen | nur ein Prozentwert |
| Grenzen | offen benannt | „findet jedes Plagiat" |
Unsere Antworten, in derselben Reihenfolge
Buchbar für Privatpersonen ohne Registrierung. Abgerechnet wird nach Normseiten zu 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen, also 0,29 € je Normseite für den Plagiat Scan und 0,39 € statt 0,58 € zusammen mit der KI-Prüfung. Eine Hausarbeit mit 18 Normseiten kostet damit 5,22 € oder 7,02 €, eine Masterarbeit mit 80 Normseiten 23,20 € oder 31,20 €. Der zweite Durchgang wird genauso berechnet wie der erste, und deine Seitenzahl liefert der Normseitenrechner.
Verarbeitet wird auf Servern in Deutschland nach der DSGVO, gelöscht wird automatisch nach 14 Tagen, und deine Arbeit wird nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen. Der Bericht kommt in der Regel nach 15 Minuten als PDF mit markierten Stellen und verlinkten Quellen; in seltenen Fällen dauert es bis zu 24 Stunden.
Unsere Grenzen, ohne Beschönigung
Was auch wir nicht finden
Unveröffentlichte Arbeiten aus Hochschularchiven stehen in keinem durchsuchbaren Bestand. Gedruckte Bücher, von denen es kein Digitalisat gibt, lassen sich nicht vergleichen. Passagen, die aus einer fremdsprachigen Vorlage übersetzt wurden, entziehen sich einem reinen Textvergleich weitgehend. Kein Werkzeug am Markt löst das vollständig, und wer dir Vollständigkeit verspricht, verspricht mehr, als die Technik hergibt.
Dazu kommt eine zweite Grenze, die keine technische ist. Ein Bericht markiert Übereinstimmungen und bewertet nichts, und ob eine Fundstelle am Ende als Täuschung gilt, entscheidet ein Mensch nach der Ordnung deiner Einrichtung. Die Bewertung richtet sich nach der Ordnung deiner Einrichtung, und Auskunft dazu gibt dir dein Prüfungsamt.
So arbeitest du die Liste ab
- Zwei Anbieter nebeneinander legen und dieselben zwölf Fragen stellen
- Antworten aus Bedingungen und Datenschutzerklärung notieren, nicht aus der Werbung
- Preis auf deine eigene Normseitenzahl umrechnen, nicht auf ein Beispiel des Anbieters
- Fehlende Antworten per Mail erfragen und Antwortzeit mitbewerten
- Erst danach entscheiden, und zwar vor dem Upload
Zwei Punkte sind erfahrungsgemäß die Stolperstellen. Der eine ist die Abrechnungseinheit, weil „pro Seite" ohne Definition alles bedeuten kann. Der andere ist die Vergleichsdatenbank, weil die Formulierungen dazu gern vage bleiben. Wie du Vergleichsseiten liest, die genau diese Punkte auslassen, steht unter Testberichte richtig lesen.