Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 7 Min. Lesezeit
In drei Schritten ausgeschlossen
- Kopie anlegen. Datei duplizieren, Namenszusatz vergeben, Original schließen.
- Anhang löschen. Alles ab der Anhangsüberschrift markieren und entfernen.
- Kopie hochladen. Nur diese Fassung geht in die Prüfung, die Abgabedatei bleibt unberührt.
Warum der Anhang den Bericht verrauscht
Ein Anhang enthält selten deine eigenen Sätze. Dort stehen Fragebögen, die du aus einer Vorlage übernommen hast, Interviewtranskripte mit den Worten anderer Menschen, Gesetzesauszüge, technische Datenblätter, Tabellen aus Statistikportalen. Für die Nachvollziehbarkeit deiner Arbeit ist all das wertvoll. Für einen Textabgleich ist es ein Störsignal.
Das Verfahren kann nicht unterscheiden, ob ein Absatz Beleg oder Behauptung ist. Es sieht Zeichenfolgen. Mehr nicht. Was es findet, meldet es, und ob eine Fundstelle für deine Arbeit überhaupt eine Rolle spielt, entscheidet ausschließlich der Mensch, der den Bericht danach liest. Ein Gesetzestext im Anhang findet sich naturgemäß wortgleich an tausend Stellen im Netz, und genau so erscheint er im Bericht: markiert, mit langer Quellenliste, ohne jede Aussagekraft.
Der Effekt auf den Prozentwert ist beträchtlich, weil die Zahl schlicht die Länge aller markierten Passagen ins Verhältnis zur Gesamtlänge setzt und ein umfangreicher Anhang beide Seiten dieser Rechnung gleichzeitig verschiebt. Wie die Zahl im Einzelnen entsteht, zeigt Prozentwert einordnen.
Ein konkretes Bild dazu. Eine Studentin der Sozialwissenschaften hängt sechs Interviewtranskripte an ihre Arbeit, jedes gut fünf Seiten lang. Im Bericht erscheinen alle sechs mit dicken Markierungen, weil Transkripte voller Alltagsformulierungen stecken, die sich irgendwo im Netz genauso finden. Sie liest zwei Stunden lang Fundstellen, die sämtlich aus den Mündern ihrer Befragten stammen. Vermeidbar in fünf Minuten.
Was das an Geld ausmacht
Abgerechnet wird nach Normseiten, also nach 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Ein Anhang mit Transkripten wiegt in dieser Rechnung schwer, weil Transkripte lang sind und aus dichtem Text bestehen.
Ein Beispiel mit runden Zahlen. Deine Masterarbeit umfasst insgesamt 80 Normseiten, davon entfallen 14 auf den Anhang. Prüfst du alles, zahlst du 80 × 0,29 € = 23,20 €. Prüfst du nur die verbleibenden 66 Normseiten, sind es 19,14 €. Die Differenz von 4,06 € ist kein Vermögen, aber du bekommst dafür auch noch einen kürzeren Bericht.
Bei einer Dissertation mit langen Transkripten fällt der Unterschied deutlicher aus, weil dort schnell dreißig oder vierzig Normseiten reines Interviewmaterial zusammenkommen. Deine eigenen Zahlen ermittelst du in zwei Minuten über Normseite berechnen.
So legst du die Prüffassung an
Dupliziere zuerst die Datei im Dateimanager und gib der Kopie einen Namen, der keine Verwechslung zulässt. „Masterarbeit_Prüffassung_12-03" ist unmissverständlich, „Masterarbeit final 2" nicht.
Öffne danach die Kopie. Springe ans Ende des Fließtexts, setze den Cursor vor die Anhangsüberschrift und markiere von dort bis zum Dokumentende. Löschen. Kontrolliere anschließend, ob das Literaturverzeichnis noch steht, falls du es mitprüfen lassen willst, und ob nicht versehentlich das letzte Kapitel mitgegangen ist.
Speichern, Dateigröße prüfen, hochladen. Mehr Schritte gibt es nicht, und niemand muss dir dabei über die Schulter schauen. Wie du dieselbe Entscheidung für das Literaturverzeichnis triffst, das nach denselben Überlegungen funktioniert und trotzdem anders zu bewerten ist, steht unter Literaturverzeichnis ausschließen.
Was im Anhang steckt und wem es gehört
| Anhangsteil | Wessen Text | In die Prüfung? |
|---|---|---|
| übernommener Fragebogen | fremd | nein |
| selbst entwickelter Fragebogen | eigen | ja |
| Interviewtranskript | die befragte Person | nein |
| deine Auswertung der Interviews | eigen | ja |
| Gesetzes- oder Normauszug | fremd | nein |
| technisches Datenblatt | Hersteller | nein |
| Tabellen aus Statistikportalen | fremd | nein |
| eigenes Codebuch, eigene Kategorien | eigen | ja |
| Screenshots und Fotos | kein auswertbarer Text | nein |
Wann der Anhang doch hineingehört
Es gibt Arbeiten, deren Anhang zur eigentlichen Leistung zählt. In empirischen Fächern steckt die Analyse oft dort: ausformulierte Auswertungsschritte, begründete Kategoriensysteme, eine ausführliche Methodendokumentation. Solche Texte hast du selbst geschrieben, und sie werden mitbewertet.
Auch der Fall der Weiterverwendung spricht dafür. Wenn Teile deines Anhangs aus einer früheren eigenen Arbeit stammen, willst du wissen, wie sie im Abgleich erscheinen. Hilfreich ist dann Anhang strukturieren zur sauberen Trennung eigener und fremder Bestandteile.
Der Aufwand für diese Unterscheidung ist gering. Blättere den Anhang durch und markiere die Abschnitte, die du selbst formuliert hast, statt pauschal alles ab einer bestimmten Seite zu löschen. Die Faustregel ist simpel: fremdes Material raus, eigener Text rein.
Ausschließen ist kein Verstecken
Der Unterschied, auf den es ankommt
Du entfernst den Anhang aus deiner eigenen Vorabprüfung, nicht aus deiner Arbeit. Die Abgabefassung bleibt vollständig, mit allen Anhängen und Verzeichnissen. Wer Anhangsteile weglässt, weil er dort ein Problem vermutet, löst dieses Problem nicht: Es steht weiterhin in der eingereichten Arbeit und kann jederzeit auffallen. Wenn dich eine Passage im Anhang beunruhigt, prüfe genau sie und bring sie in Ordnung.
Der Unterschied lässt sich in einem Satz fassen: Ein Ausschluss ändert, was du siehst, nicht, was du abgibst. Genau deshalb ist er unbedenklich.
Zeitbedarf und typische Stolperstellen
Fünf Minuten, mehr braucht der Vorgang nicht. Die Ausnahme sind Arbeiten mit Anhängen, die über die Kapitel verstreut sind und an denen du an einem halben Dutzend Stellen ansetzen musst. Rechne dann mit einer Viertelstunde. Das Ergebnis der Prüfung liegt danach meist innerhalb weniger Minuten vor.
Zwei Fehler passieren regelmäßig. Erstens wird im Original statt in der Kopie gelöscht, weshalb der eindeutige Dateiname keine Formalie ist, sondern deine Absicherung. Zweitens verrutscht die Markierung und nimmt das Fazit mit, was du daran merkst, dass der Bericht dein letztes Kapitel gar nicht erwähnt. Ein kurzer Blick auf die Seitenzahl der Prüffassung fängt beides ab.
Was du als Nächstes tust
Öffne deinen Anhang und geh ihn einmal durch mit der einzigen Frage: Habe ich diesen Text selbst geschrieben? Was du selbst verfasst hast, bleibt in der Prüffassung, alles andere fliegt raus.
Danach lädst du hoch. Wenn du bei dieser Gelegenheit auch die übrigen Bestandteile sortieren willst, gibt Dokument für den Scan vorbereiten den vollständigen Überblick. Und falls du bereits weißt, dass bestimmte Fundstellen aus einer eigenen früheren Fassung stammen, hilft dir ausgeschlossene Quellen beim Umgang damit.