Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Kurzantwort: was die Bordfunktion leistet
Word führt eine Liste deiner Quellen, fügt daraus Kurznachweise an der Cursorposition ein und baut am Ende ein Literaturverzeichnis auf. Der Stil ist umstellbar, das Verzeichnis aktualisiert sich, und du brauchst kein zusätzliches Programm.
Word setzt Klammern und sortiert die Liste. Für die Richtigkeit der Angaben ist niemand zuständig außer dir, denn geprüft wird beim Erfassen nichts: Ein Tippfehler im Namen, eine falsche Jahreszahl oder ein vergessener Untertitel erscheinen später vollkommen korrekt formatiert im Verzeichnis.
Für eine Hausarbeit mit fünfzehn Titeln reicht das. Bei achtzig Quellen wird es mühsam.
Zwei Listen, die man leicht verwechselt
Die Funktion arbeitet mit zwei Beständen. Einer gehört zum aktuellen Dokument und enthält die Quellen, die du dort verwendest. Der andere ist dokumentübergreifend und sammelt alles, was du je erfasst hast, damit du beim nächsten Text darauf zurückgreifen kannst.
Diese Trennung ist sinnvoll und die Ursache der meisten Verwirrung. Ein Titel, den du im zweiten Bestand siehst, steht nicht automatisch im Verzeichnis deiner Arbeit, und umgekehrt verschwindet ein gelöschter Eintrag nicht überall. Wer schnell arbeitet, erfasst denselben Aufsatz irgendwann zum zweiten Mal, ohne es zu bemerken.
An einem fremden Rechner wird die Sache noch unübersichtlicher. Der dokumentübergreifende Bestand hängt am Benutzerprofil, nicht an der Datei, weshalb deine gesammelten Titel beim Weiterarbeiten in der Bibliothek oder auf dem Laptop einer Mitbewohnerin schlicht nicht auftauchen. Die Quellen im geöffneten Dokument bleiben dagegen erhalten.
Der Doppeleintrag mit zwei Schreibweisen
Wie zwei Werke aus einem entstehen
Im ersten Semester erfasst du „Müller, Jan: Kennzahlen im Wandel". Ein Jahr später kopierst du einen Absatz aus dieser Hausarbeit in deine Bachelorarbeit und legst denselben Titel erneut an, diesmal als „Müller, J.: Kennzahlen im Wandel". Word sieht zwei verschiedene Quellen. Im Verzeichnis stehen sie untereinander, im Text zeigt ein Teil der Nachweise auf die eine, der Rest auf die andere Fassung.
Bemerkt wird das selten beim Schreiben, fast immer beim Lesen. Ein Verzeichnis, in dem derselbe Titel zweimal auftaucht, wirkt unsorgfältig, und die Prüferin fragt sich, ob du die Quelle überhaupt in der Hand hattest oder die Angabe von woanders übernommen hast.
Die Abhilfe ist unspektakulär: Lies dein fertiges Verzeichnis einmal von oben nach unten und achte nur auf Nachnamen, die zweimal vorkommen. Fünf Minuten, die dir eine unangenehme Randnotiz ersparen. Was sonst noch regelmäßig schiefgeht, steht im Literaturverzeichnis.
Grenzen bei deutschen Zitierweisen
Die mitgelieferten Vorlagen folgen internationalen Standards, in denen der Nachweis im Fließtext steht. Genau das passt zu vielen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Arbeiten und passt schlecht zu Fächern, in denen im Fußnotenapparat belegt wird.
Du kannst eine Fußnote anlegen und den Nachweis dort hineinsetzen. Was dabei fehlt, sind die Konventionen der deutschen Zitierweise: der Vollbeleg bei der ersten Nennung, danach die Kurzform, der vergleichende Hinweis bei sinngemäßen Übernahmen und der Rückverweis auf die unmittelbar vorangehende Fußnote. Diese Formen setzt du von Hand, und damit verlierst du den Vorteil der Automatik. Die Regeln dazu stehen bei Zitieren mit Fußnoten und beim vgl..
Frag vor der Entscheidung im Merkblatt deines Instituts nach. Manche Fächer lassen beide Wege zu.
Was die Funktion abdeckt und was nicht
| Anforderung | In der Bordfunktion | Dein Aufwand |
|---|---|---|
| Nachweis im Fließtext | vorgesehen | Seitenzahl ergänzen |
| Verzeichnis am Ende | wird erzeugt | Feld aktualisieren |
| Wechsel des Zitierstils | über die Stilauswahl | Pflichtfelder nachtragen |
| Deutsche Fußnotenzitierweise | nicht vorgesehen | vollständig manuell |
| Dubletten erkennen | keine Prüfung | Verzeichnis gegenlesen |
| Zitate und Notizen sammeln | nicht enthalten | eigene Lösung nötig |
Das Verzeichnis ist ein Feld
Das erzeugte Literaturverzeichnis ist kein normaler Text, sondern ein Feld, das seinen Inhalt aus der Quellenliste zieht. Änderst du einen Datensatz, siehst du die Änderung erst nach dem Aktualisieren.
Daraus folgt eine praktische Warnung. Korrigierst du direkt im Verzeichnis, ist die Korrektur beim nächsten Aktualisieren verschwunden, und wenn du das kurz vor der Abgabe machst, gibst du eine Fassung ab, die du für korrigiert hältst. Ändere immer den Datensatz, nie die Ausgabe.
Vor dem Erzeugen der PDF-Datei lohnt ein letzter Blick. Aktualisiere das Feld ein einziges Mal bewusst und lies das Ergebnis dann vollständig durch, statt dich darauf zu verlassen, dass die letzte Änderung schon angekommen sein wird. Weitere Eigenheiten der Textverarbeitung sammelt die Seite zur Formatierung in Word.
Wann die Bordfunktion reicht
Sie reicht bei überschaubarem Umfang, einem internationalen Zitierstil und Quellen, die du ohnehin nur einmal brauchst. Eine Seminararbeit mit zwölf Titeln in Autor-Jahr-Form ist genau dieser Fall.
Sie reicht auch dann, wenn du unter Zeitdruck stehst und ein neues Programm erst lernen müsstest. Zwei Tage vor der Abgabe ist der Wechsel des Werkzeugs keine gute Idee, sondern eine zusätzliche Fehlerquelle. Bleib in dieser Lage bei dem, was du kennst, und investiere die Zeit lieber in das Gegenlesen der Belege.
Wann sich ein eigenes Programm lohnt
Der Umschlagpunkt liegt dort, wo Quellen dich länger begleiten als ein Dokument. Wer über mehrere Semester im selben Feld arbeitet, will Zitate mit Seitenzahl speichern, Notizen an Titel hängen und den Bestand später wiederverwenden. Diese Wissensebene fehlt der Bordfunktion vollständig.
Der zweite Grund ist der Zitierstil. Brauchst du eine Fußnotenzitierweise oder eine Vorgabe nach DIN 1505, sparst du mit einem spezialisierten Werkzeug echte Arbeitszeit. Wie ein solches Programm im Alltag funktioniert, zeigt die Seite zu Citavi.
Was ein Plagiatsscan an Word-Belegen sichtbar macht
In einem Prüfbericht steht neben jeder markierten Stelle, mit welchem Text sie übereinstimmt. Du erkennst damit Passagen, die aus einer Quelle stammen, ohne dass an dieser Stelle ein Nachweis eingefügt wurde.
Bei Arbeiten, die über Monate in mehreren Dateien entstanden sind, ist das besonders nützlich. Kopierte Absätze aus einer früheren eigenen Hausarbeit tragen ihre Belege oft nicht mit, und im neuen Dokument stehen sie dann unbelegt da. Der Preis liegt bei 0,29 € für jede Normseite von 1.800 Zeichen; wer beides zusammen bucht, zahlt 0,39 € statt 0,58 € je Seite.